Wie werde ich eine Mistelhexe?

Jeder, der in sich das bislang noch unentdeckte „Gen“ der Mistelhexe plötzlich entdeckt, und auf einmal zu sich selbst sagt: „ja, das wäre was für mich!“, „ich wäre auch gerne eine Mistelhexe“, „ich möchte auch eine Maske tragen, mit auf die Umzüge und Brauchtumsabende gehen“ und „ ich denke, ich wäre stolz darauf eine Mistelhexe zu sein“ hat natürlich allerlei Fragen..... vor allem diese: „Wie werde ich überhaupt eine Mistelhexe, was kostet das und an wen kann ich mich wenden?“

Jedes Vereinsmitglied kann Hästräger werden. Mit Häs meint man im Prinzip alles: die Maske und die Kleidung. Im Normalfall wird die Kleidung Häs genannt.

Bevor man jedoch für Häs und Maske viel Geld ausgibt, sollte man erst einmal prüfen, ob einem das „Mistelhexenleben“ denn auch tatsächlich Spaß macht. Daher ist man als Neuling erst einmal eine Kampagne (vom 6.1. bis zum Aschermittwoch) bzw. mindestens 1 Jahr lang, incl. Arbeitseinsätze auf diversen Veranstaltungen der Mistelhexen, „Hexe auf Probe“. In dieser Zeit, kann man selbst austesten, ob einem das alles Spaß macht und ob einem die Leute in diesem Verein denn liegen: Aber auch die Vorstandschaft prüft, ob jemand in den Verein passt und „würdig“ ist, eine Mistelhexe zu werden.

In der ersten Kampagne als aktives Mitglied, sprich als Hästräger, bekommt ihr gegen eine Leihgebühr, ein Leihhäs und eine Leihmaske gestellt. Für Leihäs und Leihmaske wird eine Leihgebühr von jeweils 50 € erhoben. Dieses Geld bekommt ihr bei der Rückgabe bis spätestens zur Jahreshauptversammlung abzüglich eines Benutzungsentgeltes von jeweils 10 € wieder zurück.

Wenn ihr also ein Leihäs haben möchtet, meldet Euch bitte rechtzeitig, wegen dem Häs bei unserer Häswartin und wegen der Maske unserem Schnitzmeister, da diese uns nicht in unbegrenzter Anzahl zur Verfügung stehen. Das gleiche gilt für die Kinderhäs.

Da Kinder bekanntlich schnell wachsen, haben Kinder immer ein Leihhäs an, welches jedes Jahr an die Häswartin wieder zurückgegeben wird. Erst wenn die Kinder ausgewachsen sind, lohnt sich eine Investition in das eigene Häs.

Bei unserem Sommerhäs handelt es sich um eine Tracht. Teilweise haben einige Mitglieder diese selbst erworben. Aktuell gibt es nur noch ein paar wenige Leihäs. Sollte ein Sommerhäs für eine Veranstaltung oder für den Sommerhexentanz benötigt werden: bitte ebenfalls bei unserer Häswartin melden!

Für Eure erste Kampagne bekommt ihr einen Paten an die Seite – ein Mitglied das schon länger als Hexe aktiv ist. Euer Pate gibt Euch praktische Tipps z.B. beim Umzug laufen: „wie bewege ich mich richtig und am Sichersten in einem Umzug“; „wie vermeide ich Gefahren“; „auf was muss ich alles achten“ etc.... diesen Paten könnt ihr all das fragen.

Die Patenschaften werden von der Oberhexe organisiert.

Sollte es Euch in Eurer ersten Kampagne gut gefallen haben, und finden wir, dass Ihr gut zu uns passt, könnt Ihr Euer eigenes Häs (Maßanfertigung) an der Jahreshauptversammlung bei unserer Häswartin bestellen, die dieses dann bis zum 6.1. an unserer Maskenputzete näht.

Die Maske ist bei uns was ganz Besonderes: Denn sie wird selbst geschnitzt – unter Anleitung unseres Schnitzmeisters. Ihr glaubt, ihr könnt das nicht? Weit gefehlt! Ihr werdet sehen, was für ungeahnte Talente in Euch stecken und wie wertvoll Eure Maske dann wirklich ist. Manch eine Hexe hat aus reiner Freude am Schnitzen bereits mehr als drei Masken geschnitzt.

Dazu gibt es dann das Jahr über feste Schnitztermine - meist Freitagabend und Samstagvormittag -, die der Schnitzmeister Euch dann mitteilt. Bis eine Maske fertig ist, braucht es ca. 15 – 20 Schnitztermine in geselliger Runde im Vereinsheim. Fürs leibliche Wohl ist natürlich gesorgt. Die, die keine Zeit zum Schnitzen haben, können natürlich auch eine kaufen. Aber glaubt mir, selber schnitzen macht viel mehr Spaß!

Natürlich könnte es passieren, dass ihr nicht bis zur nächsten Kampagne mit Eurer Maske fertig werdet. Bitte wendet Euch in diesem Fall ebenfalls an den Schnitzmeister, der dann prüfen kann, ob er noch eine Leihmaske übrig hat.

Wenn Ihr also Euer eigenes Häs bestellt und am 6.1. an unserer Maskenputzete überreicht bekommt, werdet ihr auch an diesem Termin von der Oberhexe getauft.

Voraussetzung für die Hexentaufe ist also, dass ihr mindestens eine Kampagne im Leihäs mitgelaufen seid und am 6.1. euer eigenes Häs bekommt.

Bei den Kindern gilt nur die Bedingung 1 Kampagne lang aktiv im Leihäs unterwegs gewesen zu sein, sowie das Mindestalter von 7 Jahren. (Vollendung 6. Lebensjahr).

Ab wann dürfen Kinder eine Maske tragen?: Empfehlung: frühestens ab 10, bzw. nach Rücksprache mit der Vorstandschaft ggfs. auch früher. In etlichen Vereinen ist das Tragen der Maske erst ab Vollendung des 14. bzw. Vollendung des 16. Lebensjahres gestattet, was mit der Deliktsfähigkeit zusammenhängt.

Ab Eurer Taufe seid ihr dann eine richtige Mistelhexe!

Ein Hinweis noch: Jedes Häs bekommt eine individuelle Laufnummer. (siehe Ärmel).

Es kann immer passieren dass man in seiner Hexengestalt einer Person oder an fremden Eigentum unbeabsichtigt Schaden zufügt. Aus Haftungs- und Versicherungsgründen, bwz. aufgrund der im Schadensfall notwendigen Identifizierung, die dem Geschädigten mittels der Laufnummer erleichtert wird, dürfen die Häs untereinander nicht getauscht oder an dritte verliehen werden.

Aufgrund der persönlichen Schadensersatzpflicht, wird daher jedem Vereinsmitglied empfohlen, eine private Haftpflichtversicherung abzuschließen).

Generell gilt: Kinder unter 7 (10) Jahren sind von Ihren Eltern während eines Umzuges dauerhaft zu beaufsichtigen, damit niemandem, aufgrund des eingeschränkten Sichtfeldes der Umszugsteilnehmer unbeabsichtigter Schaden entsteht (weder den Kindern noch den erwachsenen Hästrägern z.B. durch unbeabsichtigtes „Übersehen“ der kleinen Hexen)! Die Hexen-Kinder sind bis Vollendung des 6. Lebensjahres sind von einer Aufsichtsperson an der Hand zu halten.

Auch darüber hinaus haben die Eltern generell ihre Aufsichtspflicht für ihre minderjährige Kinder einzuhalten.